León

León, die Partnerstadt Hamburgs, stellt sich vor:

…….seine Menschen, die Geschichte, seine Wirtschaft und wie man sich orientiert, wenn es keine Straßennamen und Hausnummern gibt.

Schon von weitem erblickt man die mächtige Kathedrale, die über der Stadt zu thronen scheint. Sie gilt als größte und schönste Zentralamerikas und ist ein nicht zu verfehlender Treffpunkt im Zentrum gegenüber dem Rathaus. Neben ihr fallen dem Besucher die vielen Kirchtürme auf, die von der früheren Bedeutung des Ortes als Hauptstadt der spanischen Kolonie zeugen.

León ist mit 150.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Nicaraguas und liegt ca. 80 km östlich von Managua in der Nähe des pazifischen Ozeans inmitten einer großen, trockenen Ebene, die zum Landesinneren von einer Kette noch aktiver Vulkane begrenzt wird. Sie ist das Zentrum der wichtigsten Agrarregion des Landes, die mit ca. 80 % zu den landwirtschaftlichen Exporten Nicaraguas beiträgt. Angebaut werden Zuckerrohr, Bananen und Reis, Sesam, Soja und Erdnüsse.

Um sich in einer Stadt ohne Straßennamen und Hausnummern zu orientieren, benutzen die Leoner eine einfache Methode: Da die Straßen rechtwinklig von West nach Ost und von Nord nach Süd verlaufen, sucht man sich einen  Referenzpunkt, wie z.B. die Kathedrale oder die Post. Von dort aus zählt man die Blöcke in Nord – Süd- und Ost – Westrichtung. Man sagt zum Beispiel zum Taxista: Bringen Sie mich bitte von der Kirche La Recolección 3 Blöcke nach Norden und 2 ½ nach Westen.

Die Leóner Region hat gute Straßenverbindungen zu den anderen Landesteilen Nicaraguas. Ihre großen Verkehrsstraßen sind überwiegend asphaltiert, und in die kleineren Gemeinden führen Schotterwege. Sowohl im innerstädtischen als auch im ländlichen Bereich stehen regelmäßige Busverbindungen zur Verfügung. Eine Busfahrt durch die Stadt kostet 3 C$, etwa 15 Eurocent.

In der Leoner Region gibt es nur zwei Klimazeiten: Trocken- und Regenzeit gehen ineinander über. Ab Mai tröpfelt es etwas, ab Juni gehen die Niederschläge häufig als subtropische Sturzregen mit Stürmen einher. Aufgrund der Nähe zum nördlichen Wendekreis sind die Tage etwa so lang wie die Nächte. Wenn die Sonne zwischen 6 und 7 Uhr morgens aufgeht, haben die Händler schon ihre Stände aufgebaut, und auf den Märkten herrscht reges Treiben. In Deutschland essen wir gerade zu Mittag; es ist 7 oder 8 Stunden später. Zwischen 18 und 19 Uhr geht die Sonne unter, und es wird schlagartig dunkel. Eine Dämmerung gibt es nicht.

© 2011 Ein Beitrag von Gerd Schumann