Küche und Kultur

Landwirtschaft

Nicaragua ist hauptsächlich ein Agrarland. Über die Hälfte der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft und 40 % der Fläche des Landes wird für den Anbau von Landwirtschaft und Viehzucht genutzt. Der größte Teil der landwirtschaftlichen Produktion geht in den Export: Hauptsächlich Kaffee, dann Bananen, Zucker, Tabak, Sesam, Rindfleisch und Schalentiere. Außerdem werden Reis und Mais in Nicaragua angebaut. Der größte Teil der Landbevölkerung Nicaraguas lebt von der Subsistenzwirtschaft und baut für den eigenen Verbrauch an, hauptsächlich rote Bohnen, Bananen und Mais.

Der Mais – Grundlage des Lebens

Ein wichtiger Beitrag der Neuen Welt an die Menschheit ist der Mais. Sein Ursprung liegt in Mexiko oder Zentralamerika und der Legende nach ist er ein Geschenk Quetzalcoatls, Führer und wichtigste Gottheit der Azteken. Er gab dem ersten Mann und der ersten Frau seiner Welt ein Korn Mais auf ihre Lippen, so dass sie arbeiten und denken konnten. Heute ist der Mais aus dem Ernährungsplan Zentralamerikas und Mexikos nicht wegzudenken: Als Grundnahrungsmittel erscheint er in den verschiedensten Formen wie Tortilla, Soßenbinder, Teig, Salat und auch als Getränk wie Pinol oder Chicha. Tortillas aus Maismehl werden auf einem Backblech und offenem Feuer hergestellt. Sie sind das wichtigste Grundnahrungsmittel und begleiten fast jede Mahlzeit.

KULTUR:

Man sagt, Nicaragua sei das Land der Poeten und jeder könne dichten. Auch wenn das übertrieben ist, nimmt die schöne Literatur in dem Land einen besonderen Stellenwert ein. Davon zeugen zwei der bedeutendsten Dichter spanischer Sprache: Ruben Darío und Ernesto Cardenal. Aber auch zeitgenössische Schriftsteller und Poeten sind weltweit bekannt: Gioconda Belli und Sergio Ramirez, beide kritische Begleiter der nicaraguanischen Revolution.

Das Motto des nicaraguanischen Musikgeschmacks könnte lauten: Musik muss laut sein!

Dreht man sie leiser, erfreut sie einen mit einer erstaunlichen Vielfalt und guten Interpreten. Am bekanntesten sind die Brüder Mejía Godoy, die eine herausragende Rolle in den Revolutionsjahren gespielt haben, aber auch heute noch in politisch verworrenen und komplizierten Zeiten ihr politisches und soziales Engagement musikalisch fortführen.

Guten Salsa und Merengue kann man hören von Macolla und der Pazifikband Dimensión Costeña, die die dünnbesiedelte und vernachlässigte Atlantikküste mehr ins Bewusstsein rückt.

Die traditionelle Musik Nicaraguas sind die Rancheras, ursprüngliche ländliche Tanzstücke, die in jeder Kneipe zu hören sind. Marimba Bands von 4 und mehr Musikern wandern von Restaurant zu Restaurant und spielen ihre Lieder gegen spontane Bezahlung für verschiedene Anlässe wie Geburtstage oder Liebeserklärungen.

Norma Helena Gadea ist die nicaraguanische Mercedes Sosa, eine hervorragende Interpretin der nicaraguanischen und auch lateinamerikanischen Folklore.

© 2011 Ein Beitrag von Gerd Schuman